Neue Kitas dringend notwendig für Glückstadt

Wie bereits der Presse zu entnehmen war, fehlen der Stadt Glückstadt Kindergartenplätze in erheblichem Umfang. Fakt ist – nach aktuellem Stand, – dass zum Beginn des Kita-Jahres am 01.08.2019 drei Kita-Gruppen in Glückstadt fehlen. Fakt ist außerdem, dass wir bis dahin diese drei Gruppen – wenn überhaupt – nur durch Notlösungen (z. B. Outdoorgruppen) schaffen können. Laut Bedarfsplanung der Stadtverwaltung fehlen bis zum Beginn des Kita-Jahres 2021 sogar insgesamt 13 Gruppen. Deshalb müssen wir jetzt handeln!

Um schnellstmöglich eine Lösung zu finden, schlägt die Verwaltung vor, Kita-Plätze in Containerbauweise zu schaffen. Wir als SPD-Fraktion sahen das zunächst skeptisch und hielten diese Lösung für nicht optimal. Die Stadtverwaltung verwies aber auf folgende Aspekte:

Es sollen Container aufgestellt werden, die auch von der Heimaufsicht als Dauerhafte Lösung Anerkennung finden, d. h. es handelt sich um hochwertige Container, die weder von außen noch von innen als Container wahrgenommen werden. Das Gebäude, das aus Containern errichtet wird, würde von außen mit Holz verkleidet und mit einem Dach versehen.

Nachfragen bei Mitarbeitern einer aus Containern errichteten Kita in Norderstedt ergaben, dass die dort tätigen Erzieher keine Nachteile empfinden und kein Unterschied zu einer konventionellen Bauweise spüren.

Die Verwaltung plant nun folgende Maßnahmen, um kurz-, mittel- und langfristig ausreichend Kita-Plätze zu schaffen:

Tegelgrund:
Aufbau einer (Interims-)Lösung in Containerbauweise für 4 Gruppen. Angedacht ist eine hochwertige Lösung, die auch dauerhaft genutzt werden kann. Die Planung hierfür ist fertig und kann bei Beschlussfassung sofort ausgeschrieben werden. Eine andere Lösung (z. B. Holzbauweise, Rahmenbau o. ä.) hätte den Nachteil, dass wir mit der Planung neu beginnen müssten und dann nicht zum 01.08.2020 die 4 Gruppen nutzen könnten, da die Planung einige Monate in Anspruch nehmen würde und auch extern vergeben müsste.  Das Gelände wäre groß genug, um dort noch weitere Gruppen zu schaffen, dies kann sicherlich zusätzlich geschehen. Allerdings geben wir zu bedenken, dass die Verkehrssituation dort alles andere als optimal ist. Die CDU-Fraktion sähe es gerne, wenn wir – anstatt an der Königskoppel und im Tegelgrund jeweils eine neue Kita zu schaffen – alle neuen Gruppen auf dem Grundstück im Tegelgrund unterbringen. Dies würde bedeuten, dass wir bis zu 200 Kinder auf einem Gelände betreuen. 200 Kinder, die morgens gebracht und mittags bzw. nachmittags abgeholt werden – von Eltern, die dazu quer durch die Stadt fahren müssten. Wir finden, das ist für die Anwohnerinnen und Anwohner des Tegelgrunds und den umliegenden Zubringerstraßen nicht zumutbar.

Nordmarkstrasse:
Die jetzt bestehenden 3 Gruppen der Kita Nordmarkstrasse ziehen übergangsweise in die Container im Tegelgrund. Es wird eine neue Gruppe geschaffen. Das Kita-Gebäude Nordmarkstrasse wird durch einen Neubau mit 4 Gruppen an derselben Stelle ersetzt.
Der Träger bleibt die Kirche. Nach Fertigstellung des Neubaus in der Nordmarkstrasse ziehen die 4 Gruppen aus den Containern zurück in die Nordmarkstrasse. Die Container-Kita hat keinen Träger! Die Kirche nutzt nur übergangsweise die Räume.

An dieser Stelle sei erwähnt, dass wir zur Kita-Nordmarkstrasse bereits vor über einem Jahr in der Stadtvertretung einen Beschluss gefasst haben, der einen Neubau an dieser Stelle vorsieht. Die Kirche dürfte in ihren Planungen bereits fortgeschritten sein.

Entscheidungen der Vergangenheit aufzuwärmen hat an dieser Stelle wenig Sinn, aber leider muss auch erwähnt werden, dass wir in den letzten 12 Monaten auch einen Gesprächspartner hatten, mit dem die Verhandlungen letztendlich scheiterten. Wäre dies an dieser Stelle anders gelaufen, hätte die Kita Nordmarkstrasse an anderer Stelle bauen können und wäre dann – ohne Übergangslösung – in den Neubau umgezogen.

Königskoppel
An der Königskoppel wird eine neue Kita geplant mit 4 – 6 Gruppen. Konsens herrscht darüber, dass eher 6 Gruppen benötigt werden.

Nicole Evers (stellv. Vorsitzende der SPD-Fraktion) sagt dazu: „Dieser Standort ist meines Erachtens unbedingt zu bevorzugen, da er durch seine zentrale Lage aus allen Stadtteilen gut erreichbar ist und – bedingt durch den Generationenwechsel im Stadtteil Butendiek – in den nächsten Jahren dort sicherlich viele junge Familien wohnen werden.“ Für diese neue Kita soll ein neuer Träger gefunden werden, um die Trägervielfalt zu gewährleisten. Der neue Träger baut die Kita, die Stadt zählt dann Miete für die Räume.

Um schon vor Fertigstellung der neuen Kita Königskoppel 4 weitere Gruppen zu schaffen, könnten dem Träger die Container im Tegelgrund – nach Auszug der Gruppen in die neue Kita Nordmarkstrße – als Einstiegslösung angeboten werden. Diese 4 Gruppen ziehen dann nach Fertigstellung der Kita Königskoppel in der Neubau. Die Container könnten danach als dauerhafte Lösung bestehen bleiben.

Somit würden nach obiger Planung 11 neue Gruppen entstehen (1 Nordmarkstrasse, 6 Königskoppel, 4 Tegelgrund). Vor dem Hintergrund, das gemäß Bedarfsplanung bis August 2021 etwa 13 neue Gruppen benötigt werden erscheint diese Planung sinnvoll. Selbstverständlich müssen wir am Ball bleiben und die fehlenden zwei Gruppen ebenfalls schaffen. Die Planungen hierfür müssen zeitnah beginnen, denn von der Planung eines Neu-/Anbaus vergehen mindestens 2 ½ Jahre.

Übergangslösungen für das Kita—Jahr 2019/2020:
Es fehlen aktuell zum Beginn des Kita-Jahres am 01.08.2019 wie oben bereits erwähnt 3 Gruppen. Um diese unterzubringen wird weiter nach Übergangslösungen gesucht. Im Gespräch sind verschiedene Möglichkeiten, die zurzeit geprüft werden. Hierbei spielt auch die Heimaufsicht des Kreises eine entscheidende Rolle: alle Maßnahmen müssen vorab bei der Heimaufsicht beantragt werden. Die Hürden sind sehr hoch. Es können nicht etwa Wohnungen oder leerstehende Einfamilienhäuser einfach umfunktioniert werden.

Diese Übergangslösungen würden Bestand haben, bis der Neubau Kita Nordmarkstrasse fertiggestellt ist.

Zu Bedenken ist bei all diesen Planungen außerdem, dass seitens des Landes und des Bundes ein Ausbau der Grundschulbetreuung geplant ist. Es werden also mittel- bis langfristig weitere Betreuungsplätze geschaffen werden müssen.

Was uns als SPD-Fraktion besonders wichtig ist:

Wir müssen unbedingt im Blick haben, dass am Ende immer Kinder und Eltern die Leidtragenden sind, wenn es um fehlende Betreuungsplätze geht. Leider ist es eben nicht möglich, einen fehlenden Kita-Platz durch die Betreuung mittels Tagesmutter zu ersetzen. Auch ist es nicht in jeder Familie möglich, dass ein Elternteil das Kind zu Hause betreut, da dies für Eltern fehlendes Einkommen bedeutet, dass u. U. dringend benötigt wird. Wir sollten uns als Stadt Glückstadt kein Beispiel an der Kreisstadt nehmen, in der mehrere hundert Kita-Plätze durch schlechte Planung fehlen.

Das Thema Kita-Betreuung wird uns also in den nächsten Jahren weiter beschäftigen. Wir als SPD-Fraktion werden dieses Thema fest im Blick behalten.

Artikel in der Glückstädter Fortuna zum Thema Kita:

https://www.shz.de/lokales/norddeutsche-rundschau/ja-zu-kita-im-container-id24275862.html

 

 

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